50  Jahre  elektrischer Betrieb
 
 
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Berliner Zeitung vom 28. März 1951:
Seitenende
Am 1. Mai fährt der erste Zug
Stellwerk Königs Wusterhausen fertig
Sechs Tage vor dem gestellten Termin am 22. März 1951 konnten die Arbeiter des RFT-Funkwerkes Köpenick das Stellwerk "KWB" für die Strecke Grünau - Königs Wusterhausen fertigstellen. Das Stellwerk wurde am Dienstag um 12 Uhr auf dem Bahnhof Grünau der RBD Berlin übergeben. Die vier Brigaden Schmidt, Jenecke, Calenius und Schröder von RFT erfüllten damit ihre Verpflichtungen gegenüber den Werktätigen des ABUS-Werkes Wildau, die sie sich in ihrem Brigadevertrag am 22. Januar 1951 gestellt hatten.
Das Stellwerk, das das größte in unserer Republik sein wird, ist eines der wichtigsten Teile, die zur Aufnahme des elektrischen Fahrbetriebes der Reichsbahn von Grünau nach Königs Wusterhausen notwendig sind. Dem Funkwerk ist es zu verdanken, daß die Termine bis zum 1. Mai, dem ersten Betriebstag der S-Bahnstrecke Grünau - Königs Wusterhausen, fristgemäß eingehalten werden können.

Die Fertigung von Stellwerken ist erst neu in das Produktionsprogramm unserer Republik aufgenommen worden. Sie konnten bisher nur in einem einzigen westdeutschen Werk produziert werden.  Die 30 Arbeiter des Funkwerkes Köpenick standen vor der schweren Aufgabe, ohne eigene Erfahrungen  ein  solch  großes Stellwerk zu erbauen. 

Die Prüfmessungen haben ergeben, daß das fertiggestellte Gerät fehlerfrei arbeitet. Die vorfristige Erfüllung des Termins war nur durch die gute kollektive Zusammenarbeit der vier Brigaden sowie durch die Erstellung neuer Arbeitsmethoden auf dem Gebiete des elektromechanischen Baues von Stellwerken möglich.  Neben einer 40%igen Zeitersparnis konnten erhebliche Selbstkostensenkungen sowie Einsparungen von Buntmetallen in Höhe von 11,7 kg durch Ausweichstoffe erzielt werden. Die bei dem Bau dieses Stellwerkes gesammelten Erfahrungen stellen die Grundlage für den neuen Produktionszweig des Stellwerkbaues in unserer Republik dar.
Die Prämierung der Arbeiter für diese Sonderleistung wird am 1. Mai im Funkwerk Köpenick erfolgen. Den Wunsch der vier Brigaden, am 1. Mai mit dem ersten S-Bahnzug nach Königs Wusterhausen mitfahren zu können, wird die Reichsbahn als Auszeichnung für die Sonderleistung den Werktätigen hoffentlich erfüllen.
Wie wir von der Reichsbahndirektion Berlin erfahren, ist die Einhaltung sämtlicher Termine für den Bau der Strecke Grünau - Königs Wusterhausen gewährleistet. Tausende Werktätige sowie die Erholungsuchenden Berlins werden ab 1. Mai mit der S-Bahn nach Königs Wusterhausen fahren können.

Der Text entstammt der Berliner Zeitung vom 28. März 1951 !


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